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Shantideva


Bodhicaryavatara

ausgewählte Verse, übersetzt von Corinna Chung
Mai/Juni 1992

Lob des Erleuchtungsgeistes

1

Mit Respekt preise ich die Zur-Glückseligkeit-Gegangenen, die den Körper der Wahrheit besitzen, ihre Söhne und alle Ehrwürdigen, bevor ich kurz die Übungen der Bodhisattvas darlege, wie sie der Überlieferung gemäß gelehrt werden.

Die Natur des Geistes ist Licht
Verdunkelungen können nur vorübergehend erscheinen.

Aller Makel besteht nur zeitweilig.
Die Qualitäten sind innewohnend.

Er hat den Kreislauf der Wiedergeburten als nachteilig erkannt, darum hat er ihn hinter sich gelassen. Aus Liebe verweilt er nicht im Frieden des Nirvana; der der Welt entsagt hat, lebt doch in ihr, um den Wesen zu dienen.

Was schon andere sagten, dem kann ich nichts Neues hinzufügen, zudem bin ich kein begabter Poet. Ich behaupte nicht, daß ich anderen von Nutzen bin: Um meinen eigenen Geist zu üben, habe ich dieses Werk verfaßt.

Der kostbare Erleuchtungsgeist möge da erweckt werden, wo er noch nicht erwacht ist,möge nicht schwinden, wo er schon besteht, sondern mehr und mehr zunehmen.

4

Günstige Umstände sind schwer zu erlangen, einmal erlangt, ermöglichen sie, das Ziel der Menschheit zu erreichen. Ergreife ich die Gelegenheit nicht, wie sollte sie sich mir je wieder bieten?

5

Wie ein Blitz die Nacht erhellt, die von Wolken noch tiefer verfinstert ist, so wendet der Mensch, von der Kraft der Buddhas bewegt, für einen Augenblick seine Gedanken zum Heil.

6

Das Gute ist stets schwach, die Macht des Bösen ist groß und furchterregend; welche gute Kraft könnte sie bezwingen als der Erleuchtungsgeist?


weiter: Bekenntnis


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